Schweizerisches Jahrbuch für Kirchenrecht
Annuaire suisse de droit ecclésial

herausgegeben im Auftrag der Schweizerischen Vereinigung für evangelisches Kirchenrecht, edité sur mandat de l'Association suisse de droit ecclésial protestant von/de Jakob Frey, Dieter Kraus, Wolfgang Lienemann, René Pahud de Mortanges, Christoph Winzeler

Webseite erstellt am 28.03.1999/Kr.


Beiheft 2 (1999): Schweizerische Kirchenrechtsquellen - I: Kantonales Recht

Einführung /Sommaire

 

Einführung

I. Das Konzept der Textsammlung

1. Rechtsquellen als Erkenntnismittel

Das geltende Recht, d.h. das Recht, so wie es sich uns als normativ verbindlich präsentiert, weist stets mehrere Aspekte auf: solche der Rechtsetzung, Rechtserkenntnis, Rechtsanwendung, Rechtskontrolle, Rechtsfortbildung etc. All diese Aspekte gehören zusammen und sind miteinander verbunden. Die Rechtsetzung positiviert politischen Willen und giesst Mehrheitsentscheidungen in rechtliche Form, mitunter greift sie auf als unverrückbar vorgegeben erkanntes Recht zurück, an das sie sich gebunden sieht, sei es nun in der Tradition naturrechtlicher Lehren oder aus der Überzeugung heraus, dass hier ius divinum durchscheint. Bei der Anwendung auf konkrete Sachverhalte muss das Recht sodann erweisen, dass es nicht nur theoretisch stimmig, sondern auch tatsächlich fähig ist, brauchbare Lösungen auf die Fragen und Probleme der Praxis zu bieten, einschliesslich solcher, die bei Erlass der betreffenden Rechtsvorschrift vielleicht noch gar nicht sichtbar waren. Dabei mag die Rechtsanwendung, insbesondere wenn sie über einen längeren Zeitraum hinweg und in wissenschaftlicher Begleitung stattfindet, durch die Interpretation des Rechts dieses ihrerseits fortbilden und an veränderte Umstände anpassen. Eine Weiterentwicklung leistet ferner auch die Überprüfung der so gewonnenen Interpretation durch Ebenen gerichtlicher Rechtskontrolle, die der Rechtsanwendung übergeordnet sind. Und es schliesst sich der Kreis, wenn wir bedenken, dass das solchermassen in der Praxis zur Geltung gebrachte Recht von den Organen der Rechtsetzung nicht selten zum Anlass genommen wird, um mittels Gesetzesrevision das gesetzte Recht dementsprechend nachzuführen oder aber unerwünschte Entwicklungen anzuhalten bzw. eigenständige Antworten auf neue Fragestellungen zu geben.
Es ist nicht zu übersehen, dass die Rechtsquellen einen wichtigen Platz in diesem Schema einnehmen. Gerade in einer Zeit wie der unseren, die mittels Gesetzgebung gestalten und ihre Umgebung prägen möchte, sind die Rechtsquellen der Ausgangspunkt und Anfang rechtlichen Handelns. Dies gilt zudem in besonderer Weise für eine demokratisch verfasste Gesellschaft, in der das Volk bzw. die vom Volke bestellten Organe als wichtigstes Gestaltungsmittel die Kompetenz zur Gesetzgebung besitzen, und trifft auf alle Bereiche staatlicher Gesetzgebung zu, d.h. einschliesslich der Gesetzgebung im Verhältnis zu den Kirchen und Religionsgemeinschaften.
Mit der Edition der Schweizerischen Kirchenrechtsquellen möchte das Schweizerische Jahrbuch für Kirchenrecht diese religionsrechtliche Gesetzgebung sowie weitere kirchenrechtliche Quellentexte den Benutzerinnen und Benutzern in Wissenschaft und Praxis in einer handlichen Form zugänglich machen und damit – entsprechend der Zielsetzung des Jahrbuchs – einen Beitrag zur Entfaltung des Kirchenrechts leisten (1).

2. Kirchliches und kantonales Recht

Das schweizerische Kirchen- und Staatskirchenrecht rückt kirchliches und kantonales Recht eng zusammen, wie sich besonders deutlich bei der Kirchgemeindeorganisation zeigt: Die Kantonalkirchen gliedern sich in der Regel in Kirchgemeinden, bauen auf ihnen auf, setzen sie voraus. Die Kirchgemeinden sind Körperschaften des öffentlichen Rechts; als solche leben sie (äusserlich) nach dem öffentlichen Recht ihres Kantons. Sie sind typischerweise Spezialgemeinden, die das kantonale Verfassungsrecht ähnlich den anderen (Einwohner-, Bürger-, Schul-)Gemeinden mit öffentlich-rechtlicher Selbständigkeit ausgestattet hat und die es an der kommunalrechtlichen Eigenart jener Gebietskörperschaften grundsätzlich teilnehmen lässt. Dieses sog. Kirchgemeindeprinzip ist ein staatsrechtliches, überkonfessionelles Prinzip, das wegen seiner historischen Wurzeln und seiner rechtlichen Form spezifisch schweizerisch ist und sich dadurch von den staatskirchenrechtlichen Verhältnissen und Gegebenheiten der Nachbarländer in charakteristischer Weise unterscheidet (2).
Das Kirchgemeindeprinzip bewirkt damit, dass die klassischen kirchenrechtlichen Rechtsquellen (die Abschnitte ‚Staat und Kirche‘ der Kantonsverfassungen sowie die kantonalen Kirchengesetze) um weite Teile des kantonalen Staats- und Verwaltungsrechts zu ergänzen sind. Zusätzlich heranzuziehen ist zuvörderst das kantonale Gemeinderecht, sofern und soweit die Kirchgemeinden zum Kreis der kantonalen Gemeindearten gehören oder das kantonale öffentliche Recht auf sie zumindest entsprechend anwendbar ist; darüber hinaus können u.a. auch Wahl- und Stimmrechtsregelungen, Steuergesetze oder Verwaltungsverfahrensordnungen einschliesslich ggfs. des kantonalen Personalrechts kirchenrechtliche Relevanz aufweisen. Angesichts solcher Verwobenheit des Staats- und Kirchenrechts ineinander erweist sich eine trennscharfe Abgrenzung der Rechtsgebiete als wenig aussichtsreich.
Dieses Beiheft beschränkt sich daher nicht auf die religionsrechtlich bedeutsamen Vorschriften der Kantonsverfassungen sowie auf die kantonalen Kirchengesetze, sondern bezieht auch die Gemeindegesetze sowie weitere kantonale Quellen zum Kirchen- und Religionsrecht ein. Dabei kann, gerade auch wegen der geschilderten vielfachen Verwobenheit von Kirchen- und Staatsrecht, die Sammlung nicht erschöpfend sein; der Abdruck sämtlicher Erlasse aller 26 Kantone auf Gesetzes-, Verordnungs- und anderen Ebenen, die sich auch nur entfernt mit Kirche und Religion beschäftigen, ohne aber für das Staat-Kirche-Verhältnis in nennenswerter Weise beizutragen, würde jeden vernünftigen Umfang der Edition sprengen und wäre auch inhaltlich nicht zu vertreten (3). Ferner versteht sich dieses Beiheft als eine Momentaufnahme des Rechtsstandes vom 1. Januar 1999; auf die Kennzeichnung derjenigen Teile eines Erlasses, die zwischen seinem erstmaligen Beschluss und der Drucklegung dieses Bandes verändert oder eingefügt worden sind, wird dabei verzichtet (4).
Bundesrecht und auch kommunales Recht finden schon vom Titel der Sammlung her keine Berücksichtigung in diesem Beiheft. Desgleichen wird auf den Abdruck des wenigstens bislang keine herausragende Rolle spielenden Kirchenvertragsrechts verzichtet (eine Ausnahme bilden die drei Kirchenverträge Neuenburgs aus dem Jahre 1942); auf die Verträge betreffend die römisch-katholische Bistumsorganisation (Bistumsverträge) wird in den Anmerkungen hingewiesen, falls die Verträge auch in den kantonalen Gesetzessammlungen enthalten sind oder sich im Text ein Bezug ergibt. Es ist jedoch vorgesehen, alle diese Quellen sowie zudem die landes- bzw. kantonalkirchlichen Grundordnungen (Kirchenverfassungen) in den Folgebänden der Edition der Schweizerischen Kirchenrechtsquellen zu berücksichtigen.

II. Zur Benutzung dieses Beiheftes

1. Struktur der Sammlung: Textwiedergabe oder Textnachweis

Die 26 Kantone werden in alphabetischer Reihenfolge nacheinander dargestellt. Für jeden Kanton ist das Schema eines dreiteiligen Aufbaus zugrunde gelegt: (a) Quellenliste, (b) religionsrechtliche Bestimmungen der Kantonsverfassung, (c) Kirchen- und Gemeindegesetze.
Der jeweils erste Teil, mit „Liste der Quellen (Fundstellen mit Auszügen)“ überschrieben, enthält im Sinne einer Übersicht zunächst eine Liste sämtlicher in diesem Beiheft nachgewiesener Gesetzesvorschriften des betreffenden Kantons. Die Angabe von Titel, Erlassdatum und Fundstelle in der kantonalen Gesetzessammlung wird sodann häufig durch einzelne Zitate aus dem betreffenden Erlass ergänzt (5). Insgesamt gesehen finden sich damit ganz verschiedenartige Rechtsquellen zusammengestellt – u.a. zur staatskirchenrechtlichen Organisation, zum Datenschutz, Personalrecht, Rechtsschutz, Schul- und Hochschulrecht, Anstaltsrecht, Steuerrecht, Bestattungswesen, zu den Feiertagen etc. Auch genehmigungsbedürftige landeskirchliche Grundordnungen werden hier vermerkt, sofern sie die kantonale Genehmigung erhalten haben. Hingewiesen wird ferner auf Rechtssätze allgemein-ethischer Art, bspw. religiös geprägte Eidesformeln und Zweckartikel in Schulgesetzen, in Gesetzesform gebrachte Rituale weltlich-religiöser Zeremonien (so die Näfelser Fahrt im Kanton Glarus). Die Rechtsquellen reden die Sprache des jeweiligen Kantons, d.h. deutsch, französisch oder italienisch. In den zweisprachigen Kantonen werden beide Sprachfassungen verwendet (für Graubünden wird auf die rätoromanische Version verzichtet). Prinzipiell nicht berücksichtigt sind Rechtssätze, die sich von eidgenössischen Gesetzen ableiten, es sei denn, jene seien durch den kantonalen Gesetzgeber konkretisiert worden (6).
Hervorgehoben sei noch, dass in der Liste der Quellentexte einige Einträge im Fettdruck erscheinen. Das bedeutet, dass sich diese Rechtsquellen vollumfänglich oder zumindest massgeblich auf die Kirchen und Religionsgemeinschaften beziehen (7). Sofern die auf diese Weise gekennzeichneten Erlasse nicht – wie etwa die Kirchengesetze oder die Gesetze über die Jüdischen bzw. Israelitischen Gemeinden – im dritten Teil abgedruckt sind, können sie in der Sammlung aus Raumgründen nicht im Volltext wiedergegeben werden. Verschiedentlich finden sich jedoch Angaben zum näheren Inhalt eines solchen Erlasses in einer Fussnote. Für die Behandlung kirchenrechtlicher Einzelfragen ist es unerlässlich, auch jene Quellen beizuziehen.
Der zweite Teil gibt die kirchenrechtlich relevanten Normen der Kantonsverfassungen wieder, d.h. die grundlegenden kantonalen Rechtssätze für das Verhältnis des Staates zu den Kirchen und Religionsgemeinschaften. Einige Verfassungen kennen eingehende Bestimmungen über die Landeskirchen, die Religionsgemeinschaften und die Kirchgemeinden (siehe Aargau, Obwalden). Anderenorts finden sich nur wenige, wenngleich wichtige derartige Rechtssätze, während für die Details auf Kirchengesetze verwiesen wird (siehe Freiburg, Jura, Waadt). Andere Kantonsverfassungen wiederum begnügen sich mit einzelnen Artikeln; Kirchengesetze fehlen indes (siehe Appenzell A.Rh., Graubünden). – Abgedruckt sind ferner Präambeln mit religiösem Gehalt, sodann nicht-religionsbezogene Grundrechte, sofern sie auch für die Kirchen Geltung beanspruchen (8). – Schliesslich werden gelegentlich Negativbestimmungen zitiert, etwa Art. 100 Abs. 1 der Verfassung des Kantons Appenzell A.Rh., lautend „Einzige Gemeindeart im Kanton ist die Einwohnergemeinde“, denn damit bringt der Verfassungsgeber zum Ausdruck, dass die Kirchgemeinden vom kantonalen Recht nicht erfasst sind. Die Genfer Kantonsverfassung schreibt vor, dass sowohl in den Grossen Rat als auch in den Staatsrat nur „citoyens laïques“ wählbar sind (art. 72 und 104 Const.), und schliesst so – als einziger Kanton in der Schweiz – die Geistlichen von hohen kantonalen Ämtern aus (9).
Im dritten Teil folgen die kantonalen Kirchengesetze (einschliesslich weiterer wichtiger kantonaler Gesetze oder Dekrete zum Kirchenwesen) (10); ausserdem sind hier Auszüge aus kantonalen Gemeindegesetzen wiedergegeben, falls sich diese auch auf die Kirchgemeinden beziehen, weil die Kirchgemeinden als eine kantonale Gemeindeart gelten (11). Während die Kirchengesetze vollumfänglich abgedruckt sind, folgen aus Raumgründen aus den Gemeindegesetzen lediglich die für die Kirchgemeinden hauptsächlich relevanten Teile. Den Kirchengesetzen vergleichbar sind die Gesetze über die Jüdischen bzw. Israelitischen Gemeinden, die ebenfalls wiedergegeben werden.

2. Suche über Inhaltsverzeichnis oder Sachregister

Die Textsammlung erschliesst sich zum einen über ihr ausführliches Inhaltsverzeichnis, das nach Kantonen gegliedert ist und das innerhalb dieser Gliederung die im voranstehenden Abschnitt beschriebene Dreiteilung (Quellenliste, religionsrechtliche Bestimmungen der Kantonsverfassung, Kirchen- und Gemeindegesetze) zugrunde legt. Zum anderen gibt es ein nach inhaltlichen Gesichtspunkten strukturiertes Sachregister, das etwa zwei Dutzend spezifisch kirchenrechtlich bedeutsame Stichworte umfasst (12).
Die Angaben im Sachregister verweisen dabei auf die Ziffer, die dem in Bezug genommenen Gesetzeserlass in der systematischen kantonalen Gesetzessammlung entspricht, sowie auf den jeweiligen Artikel bzw. Paragraphen. Um sodann das Aufsuchen der gewünschten Norm in dieser Sammlung zu erleichtern, sind die Erlasse, die in der für jeden Kanton erstellten Quellenliste enthalten sind, nicht nach ihrem Beschluss- oder Änderungsdatum, sondern nach ihrer Ziffer in der jeweiligen systematischen Gesetzessammlung des betreffenden Kantons geordnet. Mit Hilfe dieser ‚systematischen Ziffer‘ lässt sich jeder nachgewiesene Erlass somit rasch finden.

Dieter Kraus

Anmerkungen:
(1) Für die allgemeine Beschreibung der Zielsetzung des Schweizerischen Jahrbuchs für Kirchenrecht siehe SJKR 1 (1996), S. 9 ff.
(2) Näher zum Kirchgemeindeprinzip Dieter Kraus, Schweizerisches Staatskirchenrecht, Tübingen 1993, S. 367 ff.
(3) So bedürfen örtliche Vorschriften über Blitzableiter an Kirchtürmen keines Abdrucks in dieser Sammlung; anderes gilt bspw. für die Bestimmung, wonach sich der Grosse Rat zu Beginn der konstituierenden Session sowie zu Beginn der Mai- und Novembersession gemeinschaftlich in die Kathedrale zu einem Gottesdienst begibt (Wallis). – Von Interesse können ferner etwa fischereirechtliche Normen sein, denen zufolge die öffentlichen Ruhetage sowie der Bundesfeiertag für die Fische „Schonzeiten“ darstellen (Appenzell I.Rh.).
(4) Ausnahmsweise werden bei den Kantonsverfassungen die Daten staatskirchenrechtlich wichtiger Revisionen angegeben, da diese Daten häufig Marksteine der Entwicklung des Verhältnisses von Staat und Kirche(n) im betreffenden Kanton darstellen.
(5) Der Abdruck der Texte folgt den amtlichen Ausgaben. Jedoch sind Randtitel im Sinne einer einheitlichen Darstellung als Sachüberschriften gesetzt. Wo in den kantonalen Gesetzessammlungen Absatzzahlen generell fehlen, werden sie den Absätzen vorangestellt (u.a. Waadt, Zürich).
(6) Viele kantonale Zivilstandsverordnungen bestimmen, dass nur Personen weltlichen Standes als Zivilstandsbeamte wählbar sind. Diese Vorschrift basiert auf der Verordnung des Bundesrates über das Zivilstandswesen vom 1. Juni 1953 (SR 211.112.1). – Auch das Berufsgeheimnis der Geistlichen stützt sich auf eidgenössisches Recht ab, nämlich auf Art. 321 StGB. Bestimmungen aus Zivil- oder Strafprozessordnungen, welche den Geistlichen ein Zeugnisverweigerungsrecht zugestehen, sind in der Regel nicht aufgeführt, ausgenommen dort, wo das ‚Beichtgeheimnis‘ besonders geschützt ist (z.B. § 171 der Zivilprozessordnung des Kantons Solothurn). – Abweichend von diesem Prinzip sind kantonale Einführungsgesetze zum Bundesgesetz über die Gleichstellung von Mann und Frau vom 24. März 1995 (SR 151) erwähnt, wenn sie sich aufgrund des jeweiligen Geltungsbereichsartikels ausdrücklich auch auf die Kirchen und/oder Kirchgemeinden beziehen (noch nicht alle Kantone haben derartige Einführungsgesetze erlassen).
(7) Beispiele: der basellandschaftliche Regierungsratsbeschluss betreffend die Wahl der Pfarrer in den drei Landeskirchen (SGS 191.12), das bündnerische Gesetz über die Erhebung einer Kultussteuer von den juristischen Personen (BR 720.400), das Benützungsreglement der Lausanner Kathedrale durch Drittpersonen (RSV 1.9).
(8) Beispielsweise ist das Gebot des rechtlichen Gehörs und der fairen Behandlung von § 22 KV Aargau für die Kirchen von Belang. Da dieses Gebot im allgemeinen Teil (neben dem Randtitel ‚Allgemeine Verfahrensgarantien‘) der Verfassung steht, beansprucht es Geltung für sämtliche in der Verfassung genannten Behörden, mithin auch für diejenigen der öffentlichrechtlich anerkannten Kirchen und Kirchgemeinden.
(9) Vgl. auf Bundesebene: Art. 75, Art. 96 Abs. 1, Art. 108 Abs. 1 BV 1874. – Gemäss Art. 143 der Abstimmungsvorlage zur neuen BV sind alle Stimmberechtigten in den Nationalrat, in den Bundesrat und in das Bundesgericht wählbar, d.h. auch die Personen geistlichen Standes (Bundesblatt 1/1999, S. 162 ff.).
(10) Die Terminologie ist uneinheitlich. Statt ‚Kirchengesetz‘ heisst es etwa auch ‚Gesetz über die Beziehungen zwischen den Kirchen und dem Staat‘ (Jura, Wallis) oder ‚Gesetz über die Kirchenverfassung (Einführung und Organisation kirchlicher Synoden)‘ (Luzern), ‚Gesetz über die Besorgung der Angelegenheiten des katholischen und des evangelischen Konfessionsteils‘ (St. Gallen), ‚Legge sulla libertà della Chiesa Cattolica e sull’amministrazione dei beni ecclesiastici‘ (Tessin), ‚Règlement que trois Eglises sont reconnues publiques‘ (Genf).
(11) Folgende Kantone haben auch für die Kirchgemeinden der Landeskirchen geltende Gemeindegesetze erlassen: Bern, Glarus, Luzern, Nidwalden, Solothurn, Zürich und Zug. Die Stimmberechtigten des Kantons Schaffhausen haben vor kurzem einem neuen Gemeindegesetz zugestimmt, das die Kirchgemeinden, im Unterschied zum Vorgängergesetz von 1892, grundsätzlich nicht mehr erfasst.
(12) Von ‚Autonomie der Kirchen und Kirchgemeinden‘ bis ‚Sonntage und kirchliche Feiertage‘.
 

Sommaire

Ce n’est que rarement que les sources de la nature se manifestent ouvertement à nos yeux. Et, la plupart du temps, la voie pour y parvenir n’est pas pavée, mais rocailleuse ou même verglacée. Ainsi, le Rhône prend sa source auprès du glacier du Rhône, c’est-à-dire dans une région inhospitalière; la source du Rhin trouve la sienne dans le champ de névé du ‘Rheinwaldhorn’ (Rhin postérieur) respectivement dans le Tomasee dans la région de l’Oberalp (Rhin antérieur). Celui qui se met en route pour découvrir des sources se sent parfois tel un randonneur en montagne qui cherche de l’eau dans quelque contrée impraticable. Et lorsque le but est finalement atteint, il y a lieu de se réjouir et de marquer sa gratitude.
La recherche de sources de droit ecclésial ressemble souvent à de telles promenades en montagne. En effet, ce furent toujours de fascinantes randonnées, hautement captivantes, qui ont abouti à maintes découvertes lors de la compilation et de l’arrangement des sources de droit reproduites dans le présent recueil.
Le recueil comprend non seulement le droit cantonal régissant les relations entre l’Etat et les Eglises sur le plan constitutionnel, mais se réfère également à d’autres sources cantonales concernant le droit ecclésial et religieux. Vu que les communes ecclésiastiques (paroisses) figurent fréquemment parmi les types de communes prévus dans les cantons, c’est le droit cantonal sur les communes qui doit avant tout être pris en considération, dans la mesure où celui-ci leur est applicable, du moins par analogie. Donc, les réglementations cantonales relatives aux élections et aux votations, en matière de protection des données, dans le domaine fiscal, de la procédure administrative ou, le cas échéant, du personnel méritent d’être signalées. En revanche, ce recueil, conformément à son titre, ne traite ni du droit fédéral en matière ecclésiastique ni du droit des concordats entre l’Etat et les Eglises. Il est toutefois prévu de tenir compte de ces sources ainsi que des constitutions ecclésiastiques dans des publications ultérieures dans le cadre de l’édition des Sources du droit ecclésial suisse.
La présentation de chacun des 26 cantons, répertoriés par ordre alphabétique, est structurée en trois parties: (i) liste des sources, (ii) dispositions des constitutions cantonales sur le droit religieux, (iii) lois sur les Eglises et lois sur les communes.
La première partie, ayant pour titre ‘liste des sources (repères avec extraits)’, contient une liste de toutes les dispositions légales du canton concerné rassemblées dans le présent recueil. L’indication du titre de l’acte législatif, de sa date et de sa position dans le recueil systématique de la législation cantonale est ensuite fréquemment complétée par des extraits de l’acte en question. Toutes les langues officielles du canton concerné sont utilisées, sauf pour les Grisons où on renonce à la version rhéto-romanche. Il y a lieu de signaler encore que quelques sources sont imprimées en caractères gras, ce qui signifie que celles-ci se rapportent intégralement ou à tout le moins de manière déterminante aux Eglises et aux autres communautés religieuses.
La deuxième partie reproduit les dispositions des constitutions cantonales se référant aux Eglises, y compris les préambules à caractère religieux ainsi que les droits fondamentaux qui ne se rapportent pas expressément à la religion, mais qui s’appliquent ou peuvent s’appliquer aux Eglises et aux autres communautés religieuses. Enfin, sont parfois mentionnées des dispositions dites négatives, par ex. l’art. 100, 1er al., de la constitution du canton d’Appenzell Rh.-E., qui stipule que le seul type de commune prévu dans ce canton est la commune politique, excluant ainsi les communes ecclésiastiques du champ d’application de la législation cantonale sur les communes.
La troisième partie contient les lois cantonales sur les Eglises et les autres communautés religieuses, y compris les lois sur les communautés israélites; l’on y reproduit en outre des extraits des lois cantonales sur les communes, dans la mesure où celles-ci se rapportent également aux communes ecclésiastiques.
La consultation du recueil est facilitée d’une part par la reprise, dans la table des matières, de la structure tripartite par cantons décrite ci-dessus. D’autre part, les lecteurs disposent d’un index avec environ deux douzaines de mots clefs spécifiques au droit ecclésiastique (par ex. ‘autonomie des Eglises et des communes ecclésiastiques’, ‘péréquation financière’, ‘dimanches et jours fériés ecclésiastiques’). L’index fait référence au chiffre que porte l’acte législatif visé dans le recueil systématique de la législation cantonale ainsi qu’à l’article ou paragraphe. Afin de rendre plus commode la recherche de la disposition souhaitée dans ce recueil, les actes législatifs qui sont contenus dans la liste des sources établie pour chaque canton ne sont pas ordonnés selon la date de leur promulgation ou de leur modification, mais d’après leur chiffre dans le recueil systématique de la législation cantonale.

Dieter Kraus


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