Schweizerisches Jahrbuch für Kirchenrecht
Annuaire suisse de droit ecclésial

herausgegeben im Auftrag der Schweizerischen Vereinigung für evangelisches Kirchenrecht, edité sur mandat de l'Association suisse de droit ecclésial protestant von/de Jakob Frey, Dieter Kraus, Wolfgang Lienemann, René Pahud de Mortanges, Christoph Winzeler

Webseite erstellt am 11.02.2007/Kr.


Editorial zu Band 11 (2006)

 

Zum Berichtsteil des Jahrbuchs

Ein Hauptaugenmerk der Herausgeber des Schweizerischen Jahrbuchs für Kirchenrecht gilt seit jeher der Entwicklung des Kirchen- und Staatskirchenrechts in den Kantonalkirchen und Kantonen. Nach dem Editorial im vorigen Band zum zehnjährigen Bestehen des SJKR soll in diesem Jahr der Berichtsteil des Jahrbuchs zur Sprache kommen, der sowohl vom Umfang als auch von Inhalt her eine für das Jahrbuch ganz wesentliche Rolle spielt und ohne den das Jahrbuch einen anderen Charakter hätte.
Der Jahresbericht 1994 der Schweizerischen Vereinigung für evangelisches Kirchenrecht enthielt in einem besonderen Teil erstmals Kurzberichte über kirchen- und staatskirchenrechtliche Geschehnisse und Entwicklungen in den Kantonalkirchen und Kantonen der Schweiz. Darüber hinaus wurde in jenem Jahresbericht die Idee der Schaffung eines ‚Jahrhefts‘ bzw. ‚Jahrbuchs‘ formuliert (1). Wenig später, auf einer Zusammenkunft am 28. August 1995 in Zürich, erfolgten die ersten Schritte zur Verwirklichung dieser Idee, auf der auch der vorliegende Band 11/2006 in gerne weitergeführter Tradition beruht.
Eine Gesamtbetrachtung der ersten 11 Bände (ohne Beihefte) erlaubt im Hinblick auf das Ziel der kirchen- und staatskirchenrechtlichen (bzw. in einem weiteren Sinne religionsrechtlichen) Berichterstattung folgende Bilanz (die angegebenen Ziffern beziehen sich auf die Zahl der Berichte pro Kanton bzw. Kirche): Aargau: 5; Appenzell: 4; Basel-Stadt: 4; Basel-Landschaft: 4; Bern: 6; Fribourg: 5; Glarus: 1; Graubünden: 4; Jura: 1; Luzern: 11; Neuchâtel: 2; Obwalden/Nidwalden/Uri/Zentralschweiz: 7; St. Gallen: 2; Schaffhausen: 3; Schwyz: 4; Solothurn: 3; Tessin: 2; Thurgau: 5; Waadt: 7; Wallis: 1; Zürich: 13 und Zug: 3. Ferner wurde über religionsrechtlich relevante eidgenössische Gesetzgebung sowie über andere gesamtschweizerische und regionale kirchen- oder staatskirchenrechtliche Themen berichtet. So bspw. zum „Bistumsartikel“ der Bundesverfassung oder zum „Sektenbericht des Nationalrates“, zu Rechtsentwicklungen beim Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund, zur (gescheiterten) Lockerung des Schächtverbots, zur Fortentwicklung des „Schweizerischen Instituts für Kirchenrecht und Staatskirchenrecht“ zum „Institut für Religionsrecht“, zu Entwicklungen im schweizerischen Missionsrecht, zu kantonsübergreifenden Friedhofsvereinbarungen u.v.a.m.
Die Herausgeber hoffen, dass es ihnen durch diese Berichte, deren Zahl inzwischen auf weit über einhundert Beiträge angewachsen ist, gelungen ist, das schweizerische Kirchen- und Staatskirchenrecht in seinen vielen Farben und Facetten abzubilden.
Als für den Berichtsteil verantwortlich zeichnender Herausgeber möchte ich allen Beiträgerinnen und Beiträgern ganz herzlich danken, die sich gelegentlich oder regelmässig und zum Teil bereits während vielen Jahren für die Mitarbeit beim Berichtsteil des Jahrbuchs zur Verfügung gestellt haben (2).
Ich wünsche Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, viele Entdeckungen bei der Lektüre des vorliegenden 11. Bandes unseres Jahrbuchs.

Jakob Frey

Anmerkungen:
(1) „Absicht des Vorstandes [der Schweizerischen Vereinigung für evangelisches Kirchenrecht] ist es, in Zukunft diesen Teil des Jahresberichts zusammen mit den Tagungsreferaten als ‚Jahrheft‘ bzw. ‚Jahrbuch‘ zusammenzufassen. Es sollen die wesentlichen staatskirchenrechtlichen Entwicklungen in den schweizerischen Kantonen und Landeskirchen im Zusammenhang mit der kantonalen und kirchlichen Gesetzgebung und der Rechtsprechung jeweils für ein Jahr dargestellt werden, gleichsam in Fortsetzung des vierten Kapitels von Dieter Kraus, Schweizerisches Staatskirchenrecht, 1993 [das 4. Kapitel behandelt das Staatskirchenrecht aller 26 Kantone]. Im Rahmen des nun vorliegenden Jahresberichts kann dieses Ziel allerdings erst punktuell und ansatzweise realisiert werden. Auswahlweise werden zwei staatskirchenrechtliche Berichte über Ereignisse in zwei Kantonalkirchen wiedergegeben: Basel-Stadt und Thurgau.“
(2) An dieser Stelle möchte ich einmal Berichterstatter nennen, die mindestens drei Mal im Berichtsteil mitgewirkt haben (der Dank geht selbstverständlich auch an alle anderen Berichtsbeiträgerinnen und Berichtsbeiträger, die in dieser Fussnote nicht genannt sind): Peter Möri (11), Claude Cuendet, Werner Bräm und Martin Röhl (je 5), Fritz Gloor, René Pahud de Mortanges und Pierluigi Schaad (je 4), Christoph Winzeler (3).
 

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